...liegt hinter mir - wörtlich, wie im übertragenen Sinne.
Am Freitag hieß es erst einmal: Abhetzten! Kaum war ich aus Bonn, ging es ind en hardter Wald. dort hatte Angela Tillmann MdL zum gemeinsamen Grillen und "Wald erleben" für Familien und insbesondere Kinder eingeladen. Pünktlich zog kurz vorher ein Gewitter auf und der Himmel öffnete seine Schleusen. Allein ein Straßenseitenwechsel genügte, um annähernd vollständig durchnäßt zu sein. Aber nun gut - ich wollte ja nicht zu spät kommen. Letztendlich hatte es uns auch nur leicht getroffen.
Zwar hörte es rechtzeitig auf zu regnen, aber die Unwetterwarnung hatte erst einmal Bestand, weswegen der Spaziergang abgesagt wurde. Statt dessen durften die Kinder auf den Jugendherbergs-Gelände den Wald erleben.
Lang zog sich der Abend aber dann nicht hin.
Am Samstag stand dann Rheinkultur an. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Mit den Worten von Martin (Connexion Media): Support Summer. (ganz nebenbei: Der Spruch sollte als Aufkleber die ganze Stadt schmücken). Nach Veranstalter-Angaben folgten gut 170.000 Besucher diesem Motto. Gästezahl und Wetter stellten jedoch die Getränke-Stände vor große Herausforderungen - diese waren chronisch unterbesetzt.Wir ließen es aber ruhig angehen und machten uns erst gegen Nachmittag auf den Weg in die Bonner Rheinauen. Eigentlich wollte ich eh nur zwei Bands sehen, die auch noch parallel spielten.
Aber wenn man einmal da ist, kann man auch etwas mehr mitnehmen. So hörte ich eher zufällig "The Casting Out" und war echt begeistert. Gestern bekam ich dann mit, dass diese Band wohl aus "Boysetsfire" hervorgegangen ist.Außerdem hörten wir uns noch entspannt "Virginia jetzt!" an. Bei den Headlinern war ich dann in einer Zwickmühle. Zwar konnte ich "Culcha Candela" ruhigen Gewissens ausschließen, aber ich wußte nicht ob ich nun "Boppin B" oder "No Use For A Name" vorzuziehen sollte. Also guckten wir uns erst einmal "Boppin B" auf der grünen Bühne an, die auch etwas eher anfingen und wanderten während dessen zu "No Use For A Name" zur roten Bühne rüber.
Am Sonntag wurde es dann kalt. Eiskalt. Julia und ich entschieden uns für einen Kino-Besuch: "Ice-Age 3" in 3D. Was mich etwas überraschte: bei 3D-Filmen herrscht freie Platzwahl. Aus diesem Grund mussten wir auch etwas eher im Kino erscheinen. Als ich am Nachmittag die Karten holte, wurde mir zwar noch gesagt, dass der Saal erst etwa 15 Minuten vor Beginn des Films öffnen würde, aber bereits eine halbe Stunde vorher waren die Logen-Plätze mit geradem Blick auf die Leinwand gut gefüllt.
Zum Film selber kann ich soviel verraten: Ich kann jede schlechte Kritik verstehen, die ich bisher gelesen habe. Dabei gehe ich aber davon aus, dass diese Personen den Film nicht in 3D gesehen haben. Es gibt etliche Szenen, die allein auf diesen Effekt ausgelegt sind und in der 2D-Version als reines Füll-Material erscheinen dürften. Bei einem 3D-Erlebnis darf dann auch die Story etwas in den Hintergrund rücken.
Jedenfalls freue ich mich schon darauf, wenn zukünftig mehr 3D-Filme ins Kino kommen oder vielleicht sogar auf DVD/Bluray erscheinen. HD-Fernseher sollten ein ausreichendes Bild liefern können.
Montag, 6. Juli 2009
Ein heißkaltes Wochenende...
Donnerstag, 2. Juli 2009
Rückblick Hurricane-Festival
Wow. Nächte um die 25°C, tagsüber feinsten Sonnenschein - wenn das mal kein Sommer ist. Meinen Geschmack trifft er auf jeden Fall. Ich hab heute in Uni und Bus heute gefühlt dreimal mehr Flüssigkeit ausgeschwitzt als ich zu mir genommen haben. Während ich hier in die Tasten haue, steigen Staubwolken auf. Ein klares Zeichen dafür, dass ich auf dem besten Wege bin auszutrocknen. Aber kein Grund sich zu beschweren. Das Abend-Bier ist kalt gestellt.
Und mit dieser letztendlich etwas umständlichen Einleitung komme ich nun zum eigentlich Anlass für meinen Blog-Beitrag. Dieser Beitrag ist auch weit überfällig, da das Hurricane-Festival nun bald gute zwei Wochen zurückliegt.Da dies mein erstes Hurricane-Festival war und ich die Jahre zuvor immer bei Rock am Ring war, drängen sich ein paar Vergleiche auf.
Deswegen der Reihe nach. Sehr angenehm war, dass der Campingplatz erst nach gut 15 Minuten öffnete, nachdem Julia und ich am Eingang angekommen waren.
Beim Ring kann man auch schon am Donnerstagvormittag anreisen und auch die Plätze, die angeblich erst gegen nachmittag die Tore öffnen sollen, schon nahezu komplett belegt sind.
Also hatten wir freie Platzwahl. So konnten wir ohne Stress die Zelte unserer Mitreisenden aufbauen, die erst gegen Abend eintreffen sollten.
Die Wege zwischen Auto und Zelt waren nicht weiter oder kürzer als am Ring, der Weg zum Gelände dafür viel kürzer. Die Zeit reichte nicht, um eine Dose Bier auf dem Weg zu leeren. Zum Vergleich: Am Ring war mitunter Zeit für zwei Dosen/Flaschen.
Sehr angenehm war auch der Zustand der sanitären Anlagen. Der Weg zu diesen war etwa so weit, wie zu den Dixi-Klos. Dafür waren die WCs sauber und kostenlos - ein Eigenschaft der am Ring die wenigsten Klos entsprechen, obwohl diese kostenpflichtig sind. Gleiches zählt für die Duschen. Soviel zur Infrastruktur. Als Bonus und zwecks Müllvermeidung wurden auf dem Campingplatz 0,5l-Dosen Becks für einen Euro (+Pfand) verkauft. Wer also zu knapp kalkuliert oder einfach zu viel Durst hatte, konnte so zu einem zivilen Preis für Nachschub sorgen.
Angenehm war auch das konsequent eingehaltene Generatoren-Verbot. So hielt sich die Belästigung durch überlaute und vor allem ungewollte Musik von den Nachbarn in Grenzen.
Das lag aber auch an den freundlichen Nachbarn.Der nächste wichtige Punkt eines Festivals ist das Wetter. Im Prinzip war außer Schnee alles dabei. Am Donnerstag konnten Julia und ich bei strahlendem Sonnenschein das Lager aufschlagen.
Am Freitagmorgen kündigten sich dann die ersten Schauer an. Diese waren mal mehr, mal weniger heftig und wurden regelmäßig von Sonnenschein unterbrochen, so dass alles schnell wieder trocknen konnte. Entgegen meiner Überzeugung hält doch nicht jeder Pavillon, solange er nur gut abgespannt ist - wenigstens nicht, wenn der Wind dem Material derart zusetzt, dass sogar die Heringe aus dem Boden gezogen werden.Mit reichlich Gafferband, längeren Heringen und Stangen anderer kaputter Pavillons lässt sich die nötige Stabilität aber wieder herstellen. Nach den ersten Böen entstand auf dem Campingplatz eine interessante Dynamik. Sobald sich die nächsten Wolken ankündigten, performten alle Festivalbesucher die gleiche Choreographie: Alles, was irgendwie wegfliegen könnte, wurde zügig in Zelte geräumt, dann machte man sich ein Bier auf und stellte sich an ein Bein des Pavillions und wartete auf den nächsten Sturm.
Gegen Nachmittag/Abend beruhigte sich die Wetterlage jedoch, so dass man ruhigen Gewissens dem eigentlichen Sinn des Festival nachkommen konnte: ganz entspannt auf das Festivalgelände wandern, um Bands anzugucken bzw. mit ihnen zu feiern.Und damit komme ich schon zum ersten Kritikpunkt. Leider überschnitten sich The Ting Tings, The Sounds und Katy Perry etwas - Bands die, so machte es den Eindruck, durchaus ein ähnliches Publikum ansprechen.
So gab es also ein paar Minuten Ting Tings, um dann die Bühen zu wechseln, um The Sounds direkt vor der Bühne verfolgen zu können. Das hat sich allerdings gelohnt. Sängerin Maja schien gute Laune gehabt zu haben, jedenfalls beleidigte sie das Publikum nur selten. Katy Perry guckten wir uns im Anschluss aus einiger Entfernung vom Bierstand aus an. Für gute Stimmung dank einer gelungenen Show sorgten auch Franz Ferdinand.
Headliner des Abends waren Kings of Leon - warum auch immer. Dass sie bisher nur zwei Hits hatten wirkte sich auch auf Stimmung und Publikum aus, es wurde mehr geguckt als gefeiert. Das störte mich aber nicht, da ich es auch kaum abwarten konnte, den erste bekannte Lied zu hören, da Julia und ich vereinbart hatten, danach zurück zum Zelt zu gehen.
Am Samstag regnete es ausgiebiger, weshalb ich entgegen meines Plans nicht zu No Use for a Name das Gelände aufgesucht habe.
Letztendlich hab ich es dann auch erst zu Social Distortion geschafft. Die Stimmung ließ aber auch hier zu wünschen übrig. Satten Klang gab es dann bei den Cross-Over-Veteranen Faith No More - so 90s. Herrlich.
Am Sonntag hieß es dann schon: Packen; jedenfalls einen Teil der Sachen, die man für die letzte Nacht und den nächsten morgen nicht mehr braucht. Außerdem hält sich montagmorgens meine Lust traditionell in Grenzen, zuviel Kram zum Auto zu schleppen.
Nachdem das erledigt war, ging es wieder Richtung Bühne. Lily Allen stand auf dem Programm. Und die hat live echt was drauf. Trotz oder wegen ner guten dreiviertel Flasche Rum(?) bot sie eine gute Show. Um bei fettes Brot und den Ärzten im bereich vor die Bühne zu kommen, sahen Julia und ich uns noch Alexander Klaws Keane an. Fettes Brot waren gewohnt gut, auch wenn es vorne schon langsam eng wurde.
Noch enger wurde es dann bei den Ärzten. Nicht nur aufgrund der einzelnen Mosh-Pits wurde es sehr eng, nicht einmal am hinteren Wellenbrecher war mehr Platz - es wurden klar zu viele Besucher in den Bereich gelassen. Da Julia kaum noch mit den Füßen auf den Boden kam, kletterten wir dann aus dem Bereich.
Dass der Bereich vor der Bühne überfüllt war, war jedoch der einzige Fehler der Security, der mir auffiel, da sie sowohl auf dem Campingplatz als auch vor der Bühne sehr entspannt und locker blieben.
Das mochte auch an einer gewissen Rock-Credibilty gelegen haben, die viele von ihnen mitbrachten.
Am Ring laufen häufig solche Gestalten rum, die bereits am ersten Tag genervt wirken und wohl am liebsten Türsteher in einer Disko geworden wären und sich auf ihre Security-Weste tierisch was einbilden.
Das Ärtzte-Konzert bot keine Riesen-Überraschung, da sie das gleiche Set spielten, dass ich im vergangenen Jahr schon in Eupen gesehen habe.
Ein Highlight war jedoch die Aufforderung die Pause vor der letzten Zugabe zu nutzen, um zwecks Becherpfandspende für Viva con agua sämtliche Becher auf die Bühne zu schmeißen. Das Resultat war ein über gut 10 Minuten nicht abnehmender Becherhagel. Es dürften schon ein paar Tausend Euro zusammengekommen sein. Überraschend war auch, dass die Ärzte sich an ihr Zeitlimit hielten und das Konzert pünktlich um 23.30 beendeten.Danach ging es dann zurück zum Camping-platz, wo wir Zeugen von brennenden Dixie-Klos wurden. Was auch immer irgendwelche Idioten zu solchen Aktionen bewegt, in unserer Ecke blieb es halbwegs ruhig, so dass wir so ausgeruht, wie man eben nach 4 Festivaltagen sein kann, den Heimweg antraten. Dennoch musste ich auf dem langen Weg nach Gladbach immer wieder gegen den Schlaf ankämpfen.
Mein Fazit: Das Hurricane ist ein sehr angenehmes Festival, dessen Besuch auf jeden Fall lohnt.
Etwas überraschte mich die Polizeipräsenz. Regelmäßig waren Gesetzeshüter zu Fahrrad und zu Pferd auf dem Gelände unterwegs. Von Eingriffen ist mir nichts bekannt, so dass die Anwesenheit auch nicht störte. Ich weiß nicht, ob die Leute einfach lockerer waren (den Eindruck hatte ich allerdings) oder ob es am Glasflaschen-Verbot lag: jedenfalls habe ich nur sehr selten ein Martins-Horn gehört. Bei Rock am Ring fällt es ab Donnerstagnachmittag schon auf, wenn zwischendurch keins zu hören ist.
Mal gucken, was im nächsten Jahr ansteht und wie das Line-Up ist. Wenn alles passt, geht es dann wieder in Richtung Norden nach Scheeßel.
Freitag, 12. Juni 2009
Dienstag, 2. Juni 2009
The total eclipse...
Weil ich hier schon lang nichts mehr gepostet habe (ich war eher im Blog der Jusos MG aktiv) und weil diese Musikvideo-Gattung echt lustig ist, gibt es dieses Video hier:
Aber auch weitere "literal videos" sind zu empfehlen.
Donnerstag, 19. März 2009
CDU betrogen
Ja, es gibt nicht nur den umgekehrten Fall in Mönchengladbach. Da hat doch tatsächlich eine bereits verstorbene Buchhalterin der CDU Mönchengladbach über sechs Jahre hinweg immer wieder etwas Geld abgezweigt, so dass sie sich rund 220.000 Euro sichern konnte. Das ist kriminell, verwerflich und ganz schön blöd für die CDU. Jetzt wundert sich die CDU, dass niemand etwas von den Abbuchungen auf das Privatkonto bemerkt hat. Hätte der Sohn der Verstorbenen nicht die, ihm aufgefallenen, Unregelmäßigkeiten in der Kontoführung seiner Mutter der CDU gemeldet, wäre die Angelegenheit wohl nie ans Tageslicht gekommen.
Doch so erstaunlich ist das gar nicht. Die CDU ist es gewohnt mit falschen Zahlen zu arbeiten. Kaum in Projekt in Gladbach hat letztendlich weniger oder wenigstens genau so viel gekostet, wie es die CDU vorgerechnet hat. So wurde in jüngster Vergangenheit ein 30 Millionen teurer Neubau des Rathauses als günstiger verkauft als eine Sanierung für 18 Millionen. Selbst wenn man andere Posten mit einrechnet, bleibt eine unübersehbare Schieflage in der Bilanz. Und weil man in der CDU an so schiefe Zahlen bereits gewöhnt ist, herrschte sicher auch bei den internen Finanzen eine gewisse Betriebsblindheit. Dass die CDU nicht mit Geld umgehen kann hat sieschließlich in den letzten 60 Jahren in Gladbach mehr als ausreichend bewiesen.
Sonntag, 1. März 2009
Mittwoch, 18. Februar 2009
Kirmes - ein Auslaufmodell
Als ich mich hier zum verhältnismäßig geringem Interesse der Gladbacher am Karneval äußerte, erwähnte ich ja schon, dass die Kirmes heutzutage "auf Lücke" gebaut wird. Das viel mir in den letzten Jahren schon auf.
Um dem diesjährigen Motto "Jedem Tierchen sein Pläsierchen" gerecht zu werden, werde ich nun versuchen mich dem Gladbacher Karnevalskirmes-Tier zu nähern. Ich hab keine Ahnung, wie es aussieht. Aber wenn die Kirmes sein Nest ist, dann muss es sehr groß sein und ist auch noch gewachsen. Zwischen den Kirmesbuden und Fahrgeschäften ist mehr Platz als je zuvor.
Aber vielleicht ist das Tier auch recht klein und mag die Einsamkeit? Die wird es in jeder Bude finden. Es werden nie zu viele Menschen in dessen Nähe kommen, da diese sich auf einer großen Freifläche verteilen können.Oder das Tier ist sehr aggressiv und sorgt wie Karies für Löcher? Viel wird es bei diesen Zahlücken zwischen den Buden nicht mehr finden. Dann ist die Kirmes bald verschwunden.
Und so muss man sich ganz einfach fragen: ist der Niedergang der Kirmes noch aufzuhalten?
Große Kirmessen (so heißt es wirklich: Duden, Wiktionary), wie die Rheinkirmes in Düsseldorf oder auf Gladbach umgemünzt noch die Rheydter Kirmes, ziehen noch genügend Publikum an, damit sich für die Schausteller auch der Aufbau großer Fahrgeschäfte lohnt (oder ist es umgekehrt?). Da kann die Gladbacher Kirmes seit langem nicht mehr mithalten.
Jedenfalls wird es höchste Zeit sich über Alternativen Gedanken zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem großen Festzelt auf dem Kapuzinerplatz oder dem Alten Markt, in dem dann Partys gefeiert werden oder Bands auftreten können?
Auch wenn es vielleicht einen kleinen Proteststurm geben wird, muss die Stadt entscheiden: Will sie ein Ende mit Schrecken oder einen Schrecken ohne Ende?
Dienstag, 3. Februar 2009
Stell Dir vor es ist Karneval und keiner geht hin...
Mönchengladbach ist ja DIE Karnevalshochburg am linken Niederrhein. Das ist auch gut so. Seit jahren ist der Veilchendienstagszug an den Grenzen seiner Kapazität. Auch kommen Jahr für Jahr (bei gutem Wetter) mehr Besucher. Aber wissen das die Mönchengladbach eigentlich? Oder interessiert das die Bürger überhaupt?
Wird die Karnevalskirmes nicht jedes Jahr weiter "auf Lücke" gebaut, weil kaum noch Besucherinteresse besteht? Müssen die Karnevalsvereine nicht immer größere finanzielle Risiken eingehen, um die bekannten Karnevalskünstler zu holen, weil sonst niemand die Karten kauft? Hören die Zugteilnehmer statt "Halt pohl!" nicht viel häufiger "Gib! Gib!" - ist auch einfacher; Schließlich gibt es was umsonst. Warum sollte der gemeine Besucher, der schon durch seine nicht vorhandene Verkleidung die emotionale Distanz zum Karneval zum Ausdruck bringt, den Umweg über Floskeln machern, dessen Sinn sich ihm nicht erschließt? Statt dessen wird ein Mischung aus Kölsch und Gladbacher Platt - oder was man dafür hält - gesprochen, weil man ja aufeinmal so "jeck" sein darf. Außerdem steht eine klare Aussprache eh dem Bierkonsum im Weg - schließlich feiert man ja gerne Karneval...
Aber das Feiern darf sich dann auch nur auf die Tage zwischen Altweiber und Veilchendienstag beschränken. Das ist irgendwie überschaubarer.
Als ich am vergangenen Samstag über die Hindenburgstraße ging, wunderte ich mich auch etwas über die Musik, die mir vom Stadttheater aus entgegenschallte. Als ich dort vorbei ging, sah ich ein trauriges, man muss schon sagen verzweifeltes Häufchen Karnevalsiten, welches versuchte, so etwas wie "Stimmung" aufkommen zu lassen. Vor dem MKV-Bus war eine kleine Bühne aufgebaut, auf der eine Moderatorin flehte, dass die Passanten doch bitte stehen bleiben mögen, um vielleicht einen Glühwein zu trinken. Hätte ich dort nicht eine alte Freundin getroffen, wäre ich wohl auch weiter gegangen. Ich wäre mir einfach blöd vorgekommen als einziger Zuschauer Zeuge dieser traurigen Darbietung zu werden. Also stellte ich mir folgende Sitaution einfach mal in der Kölner Innenstadt vor - undenkbar, dass sich nicht in kürzester Zeit eine Menschentraube gebildet hätte. Aber ich war nunmal in Gladbach - und da fängt Karneval erst Altweiber an - alles andere ist ne Randgruppenveranstaltung. Leider.
Samstag, 31. Januar 2009
Schwarzwaldklinik in Gladbach
und das in voller Lautstärke, bitte!
Wie die RP heute berichtete, hatte die CDU ihrer jährliche Karnevalssitzung unter das Motto "Schwarzwaldklinik" gestellt. So weit, so unspektakulär. Deswegen war es auch nur ein kleiner Artikel.
Die größere Sensation ist die Meldung, dass es - bei aller gebotenen Vorsicht - wohl Pläne gibt, die Toten Hosen für ein Open-Air-Konzert in den Borussiapark zu holen!
Auch wenn bei weitem noch nicht alles in trockenen Tüchern ist, ist das für mich natürlich ein Grund eine "eiserene Reserve" auf meinem Konto anzulegen, um gegebenenfalls frühzeitig Karten im Vorverkauf zu erstehen. Innenraumkarten sind natürlich Pflicht. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass diese als erste Vergriffen sind und dass die Vorverkaufsstarts die Server des Kaufmich!-Shops sehr schnell an ihre Grenzen führen, meistens auch darüber hinaus.
Und was hat das mit der CDU zu tun? Nichts! Aber die Assoziation liegt nahe, bei den Toten Hosen und dem Wort "Schwarzwaldklinik" an deren gleichnamiges Lied zu denken, in dessen Letzten Refrains es heißt:
"Schwarzwaldklinik,
schickt sie in die Schwarzwaldklinik.
von mir aus in die Schwarzwaldklinik,
ich kann sie nicht mehr seh'n.
Schwarzwaldklinik,
schickt sie in die Schwarzwaldklinik.
Von mir aus in die Schwarzwaldklinik,
bloß irgendwohin.
Schwarzwaldklinik,
schickt sie in die Schwarzwaldklinik.
Schickt sie in die Schwarzwaldklinik,
ganz weit weg."
Und da schließt sich auch der Kreis, so dass man bei den Zeilen dann auch wieder an die Gladbacher CDU denken mag.
Dienstag, 27. Januar 2009
Wahlkampf2.0
Spätestens seit Barack Obama das Internet zum zentralen Mediums eines Wahlkampfes erklärte, ist auch in Deutschland das web2.0 in aller Munde. Der Zufall will es, dass dieses Jahr nun ein so genanntes Superwahljahr ansteht - ein Grund für alles politischen Parteien verstärkt auf das Internet zu setzen. Was bei den zurückliegenden Wahlen noch auf Veranstaltungen vom Publikum hochzuhaltende Banner ("Angie", "Supeer" etc.) waren, sind nun Facebook, Twitter & Co.
Während noch vor ein paar Monaten "social communities" und "web2.0" in erster Linie Schlagzeilen mit der Nichtbeachtung von Datenschutzrichtlinien und dem gleichzeitigen lockeren Umgang von Teenagern mit eigenen Daten machten, entdecken nun auch Parteistrategen und Spitzenpolitiker das Internet für sich.
Es gilt das WebZwoNull und deren User für sich zu gewinnen. Dabei darf bezweifelt werden, ob diese Entwicklung auch ohne die Obamania in dieser Form stattfinden würde.
Dass man sich dabei an der Obama-Kampagne orientiert ist kaum zu vermeiden und auch sinnvoll - diese zu kopieren ist aber ebenso peinlich wie symptomatisch: Aus mangelnder Erfahrung fehlt der Mut oder die Idee etwas eigenes zu starten. Dabei macht gerade das eine authentische Kampagne aus. Man vergleiche das Obama-Logo mit dem vom "teAM Deutschland".
Es gilt eigene Akzente zu setzen, statt zum Westentaschen-Obama zu werden, weil das "gerade so angesagt" ist. Dann sollte man lieber auf die traditionellen Mittel zurückgreifen.
Die Interaktion wird bei allen vergleichbar sein, wobei sich da jeder überlegen sollte, wie man mit der jeweiligen Plattform zusammenpasst. Ein gestandener Kommunalpolitiker um die 50 Jahre und im Beruf, sollte sich dreimal überlegen, ob beispielsweise das studiVZ die passende Plattform sei. Auch muss sich nicht jeder dröge Typ auf einmal einen Podcast zusammen stammeln oder auf Youtube wackelige Videos präsentieren.
Dennoch wird es auch das geben - und auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. Neben wenigen Glanzlichtern dürfte man ansonsten wohl zwischen Amüsement und Fremdschämen hin und her wanken.

aber so wat von:








